Psychotherapie

 

Nachfolgend möchte ich Ihnen die Psychotherapieverfahren und -methoden vorstellen, mit denen ich arbeite:

 

Zum Seitenanfang1 Punkt weiter  Verhaltenstherapie

 



Ein modernes Therapieverfahren   Zurück zur Überschrift

Die Verhaltenstherapie ist ein Psychotherapieverfahren, das sich an den neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen ausrichtet. Die historischen Wurzeln der Verhaltenstherapie liegen in den Erkenntnissen der Allgemeinen, Experimentellen und Sozialpsychologie zu den Bereichen Physiologie, Lernen und Wahrnehmung. Deren allgemeingültige psychologische Aussagen, die zunächst nur Alltagserleben und -verhalten erklären sollten, wurden dann später erfolgreich auch auf psychische und Verhaltensprobleme übertragen.
Wenn wir von Verhalten sprechen, ist damit nicht nur das Verhalten (Handeln) an sich gemeint. Vielmehr beinhaltet der Begriff des Verhaltens gleichzeitig auch kognitive (gedankliche und vorstellungsmäßige), emotionale (gefühlsmäßige) und physiologisch-körperliche Aspekte.
Während sich die Verhaltenstherapie in ihrer klassischen Form noch primär auf Verhaltensaspekte und deren Modifikation konzentriert hat, betont die Kognitive Verhaltenstherapie, eine Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie, die Bedeutung vor allem auch gedanklicher und vorstellungsmäßiger Aspekte für die psychische Stabilität.
Als dynamisches und sich stets veränderbares Verfahren, integriert die Verhaltenstherapie die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Aufgrund ihrer Flexibilität lässt sie sich besonders gut mit anderen psychotherapeutischen Methoden, wie beispielsweise der Familientherapie, ressourcenorientierten Verfahren oder weiteren Ansätzen aus der Humanistischen Psychologie, kombinieren. Die Verhaltenstherapie betont die Ganzheitlichkeit des Menschen.

 

Wesentliche Merkmale   Zurück zur Überschrift

Viele Menschen haben, wenn Sie an Psychotherapie denken, noch Vorstellungen von Couch, Traumdeutung oder frühkindlich verdrängten Erinnerungen. Diese genannten Faktoren waren für die klassischen Psychoanalyse von großer Bedeutung und Relevanz. Aber auch heute noch arbeiten einige Therapeuten nach diesen Prinzipien. Allerdings ist das Vorgehen in der Verhaltenstherapie ganz anders, als wie bei den genannten Verfahren.
Der Schwerpunkt des Interesses ist bei der Verhaltenstherapie auf die Gegenwart gerichtet. Der Vergangenheit kommt nur insofern Bedeutung und Beachtung zu, um die gegenwärtige Lebens- und Problemsituation zu verstehen und ihre Entwicklung nachvollziehen zu können. Das Hauptaugenmerk innerhalb der Therapie liegt jedoch auf den aktuellen Veränderungsmöglichkeiten. Dieses Verständnis von Therapie beinhaltet natürlich auch ein bestimmtes therapeutisches Vorgehen und die Wahl bestimmter Techniken und Verfahren.

 

Das Vorgehen innerhalb der Verhaltenstherapie   Zurück zur Überschrift

Da die Verhaltenstherapie einen besonderen Wert auf die Überprüfbarkeit der von ihr angewandten Methoden legt, kann ihr Vorgehen mit dem eines Wissenschaftlers verglichen werden. Wie ein Wissenschaftler sammelt der Verhaltenstherapeut Informationen, die zum Verständnis, der Entstehung und Aufrechterhalten des problematischen Verhaltens beitragen. Dieser Vorgang wird als Verhaltensanalyse bezeichnet. Die zu Beginn der Therapie gemachte Verhaltensanalyse kann jedoch im Laufe der Behandlung verändert werden, beispielsweise dann, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben oder die Therapieziele verändert werden. Insofern ist die Verhaltenstherapie nicht statisch zu sehen, sondern sie unterliegt einer fortwährenden Beachtung und Modifizierung. Auf Grundlage der Verhaltensanalyse wird ein Therapieplan entwickelt, in dem die Therapieziele in Absprache mit dem Patienten konkret formuliert werden. Häufig bestehen unterschiedliche Problembereiche, so dass auch verschiedene Therapieziele definiert werden. Da nicht alle gleichzeitig angehbar sind, wird eine Rangreihe der Behandlungsziele festgelegt. Auch diese kann im Laufe der Therapie verändert werden, wenn sich bestimmte Notwendigkeiten dazu ergeben. Die Therapie- und Veränderungsziele werden dann anhand bestimmter Techniken und Verfahren angegangen.

 

Verhaltenstherapeutische Methoden   Zurück zur Überschrift

Die Verhaltenstherapie ist keine klar umschriebene einzelne Methode an sich, sondern sie beinhaltet die unterschiedlichsten Techniken und Verfahren. Das Gemeinsame dieser Verfahren ist, dass ihre Effektivitäten in zahlreichen Studien ausreichend wissenschaftlich überprüft worden sind.
Das Ziel der verhaltenstherapeutischen Methoden besteht entweder darin, ein unerwünschtes Verhalten (beispielsweise Angst oder übermäßiges Essen) abzubauen, oder aber, ein erwünschtes Verhalten (beispielsweise soziale Durchsetzung und Kontaktverhalten) aufzubauen. Der Therapeut fungiert als Experte, der dem Patienten dabei hilft anhand der verhaltenstherapeutischen Techniken, seine Therapieziele zu erreichen. Dem Aspekt der späteren Selbstkontrolle und Selbststeuerung der Beschwerden durch den Patienten selbst, wenn die Therapie beendet ist, wird dabei ein wesentliches Gewicht beigemessen.
Eine Verhaltensänderung kann entweder in kleinen, aber stetig größer werdenden Schritten, erzielt werden, wie beispielsweise bei einem gestuften Angsttraining. Sie kann jedoch auch als Konfrontationstherapie stattfinden, so z.B. bei einer Panikstörung. Das Vorgehen wird allerdings immer mit dem Patienten abgestimmt, so daß Unter-, aber vor allem auch Überforderungen vermieden werden können.
Darüber hinaus sind das Hinterfragen von schädigenden Gedanken und das Entwickeln von hilfreichen Einstellungen Bestandteil der Therapie. Ebenso finden Entspannungs- und hypnotische Verfahren innerhalb der Verhaltenstherapie Anwendung. Als besonders effektiv haben sich Gruppenprogramme erwiesen, wie z.B. das Training sozialer Kompetenzen, das Stress-Impfungs-Training oder das Problemlösetraining. Partnertherapien gehören ebenso zu den gängigen verhaltenstherapeutischen Verfahren, wie die Einbeziehung der Familie oder anderer relevanter Personen, z.B. von Lehrpersonen bei Verhaltenstherapien mit Kindern oder Jugendlichen, in die Therapie.

 

Anwendungsgebiete der Verhaltenstherapie   Zurück zur Überschrift

Es gibt die unterschiedlichsten Problematiken und Störungsbilder, für die eine Verhaltenstherapie indiziert ist. Als Anwendungsbereiche kommen in Frage:
Ängste aller Art, wie Phobien und Panikreaktionen
Depressionen und Hilflosigkeitsstörungen
Krisenintervention bei suizidalen Tendenzen
Zwangssymptomatiken
Soziale Störungen, wie mangelnde Selbstsicherheit, Schüchternheit und Einsamkeitsproblematiken
Psychosomatische Beschwerden und psycho-physiologische Störungen (z.B. Kopfschmerz, Migräne, körperliche Funktionseinschränkungen psychischen Ursprungs bei Haut-, Herz- und Kreislauf- oder Erkrankungen des Magen- Darm-Traktes)
Schlafstörungen
Partnerschaftskonflikte und sexuelle Störungen
Eßstörungen (Übergewicht, Bulimie, Anorexie)
Abhängigkeiten von Alkohol, Tabletten, Drogen oder Nikotin
Rehabilitation nach körperlichen Erkrankungen (z.B. nach einem Herzinfarkt)
Persönlichkeitsproblematiken, wie z.B. Borderline-Störung
Begleitbehandlung bei Psychosen und neurologischen Erkrankungen (z.B.. MS oder Morbus Parkinson)
Verhaltensstörungen im Kindes- und Jugendalter
Schwierigkeiten in der persönlichen Lebensgestaltung

 

Die Verhaltenstherapie als Kassenleistung   Zurück zur Überschrift

Seit 1980 wird die Verhaltenstherapie als Kassenleistung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie findet als Einzel- und Gruppenbehandlung statt. Behandelt werden Erwachsene sowie Kinder- und Jugendliche. Die Behandlung von Erwachsenen ist Psychologischen und Ärztlichen Psychotherapeuten vorbehalten. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können neben Psychologen und Ärzten auch andere Berufsgruppen sein, wie Diplom-Pädagogen oder Diplom-Sozialpädagogen. Weitere und ausführlichere Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf der Seite Themen.




Zum Seitenanfang1 Punkt zurück1 Punkt weiter  Kognitive Verhaltenstherapie

 



Zur Entwicklung der Kognitiven Verhaltenstherapie   Zurück zur Überschrift

Die Kognitive Verhaltenstherapie kann als Weiterentwicklung der klassischen Verhaltenstherapie angesehen werden. Sie betont die kognitiven, d.h. gedanklichen und vorstellungsmäßigen, Prozesse und weist ihnen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung von psychischen Problemen zu.
Als erster Psychotherapeut betonte der amerikanische Psychologe Albert Ellis die Bedeutung kognitiver Aspekte. Er konzipierte in den fünfziger Jahren seine Rationale-Therapie (RT), die im Laufe der Jahre weiterentwickelt wurde und heute unter dem Namen Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT) einen großen Einfluss auf die Psychotherapie, vor allem im amerikanischen Raum, hat. Neben Ellis, der sich vorwiegend mit neurotischen Störungen beschäftigt hat, sind als weiterer Vertreter der amerikanischen Psychiater Aaron T. Beck zu nennen, der kognitive Behandlungsmodelle zu den Störungsbereichen Angst, Depression, Persönlichkeitsstörung und Sucht entwickelte. Arnold Lazarus, ein Professor der Psychologie, erarbeitete ein kognitiv ausgerichtetes Stress-Modell, das die Rolle der subjektiven Bewertungen für die Entwicklung von Stress betont. Stress stellt demnach kein objektives Geschehen dar, sondern führt erst durch die gedankliche Bewertung zur Überforderung und damit zur Krankheit. Diese genannten Vertreter seien beispielhaft genannt für diese Therapierichtung.
Das Gemeinsame dieser Forschungs- und Arbeitsansätze ist die Betonung der gedanklichen Prozesse. Nicht ein Ereignis an sich führt zu bestimmten emotionalen, d.h. gefühlsmäßigen, Reaktionen, sondern die Art und Weise, wie der Einzelne dieses Ereignis bewertet. Damit greift die Kognitive Verhaltenstherapie das Gedankengut antiker Philosophen wie Epiktet, Seneca und Marc Aurel auf, die ebenfalls die Bedeutung der Gedanken hervorhoben haben. So kann der Satz des Epiktet: "Nicht die Dinge erschüttern die Menschen, sondern ihre Dogmen über die Dinge." als Leitsatz für die kognitive Wende angesehen werden, wie die Erweiterung der Verhaltenstherapie durch kognitive Verfahren bezeichnet wird.
Ellis hat das Gedankengut der antiken Philosophie in eine modernes psychotherapeutisches Konzept übertragen und systematisch erweitert. Ich möchte nachfolgend beispielhaft anhand seines ABC-Modells die Prinzipien und das Vorgehen der Kognitiven Therapie verdeutlichen.

 

Das ABC-Modell der Gefühle   Zurück zur Überschrift

Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind gerade im Begriff Ihre Haustür zu öffnen. Sie sind allein und es ist mitten in einer stockdunklen Nacht. Plötzlich hören Sie nur wenige Meter hinter sich ein lautes Geräusch. Sie zucken automatisch zusammen und Ihnen gehen Gedanken in der Art durch den Kopf, wie: “Da könnte Jemand sein, der mir Gewalt antut! Hoffentlich passiert nichts!” Sie spüren einen Kloß in der Magengegend und Ihr Herz rast schneller. Sekunden später springt eine Katze aus der Richtung des Geräusches. Erleichtert sagen Sie sich: "Gott sei Dank! Es war bloß eine Katze!" Ihnen fällt ein Stein vom Herzen und die Spannungsgefühle lassen nach. Was ist passiert?
In beiden Fällen stellt sich die Situation gleich dar (lautes Geräusch hinter Ihnen). Im ersten Fall denken Sie, dass eine Gefahr damit verbunden sei und erleben ein Gefühl der Angst. Im zweiten Fall erklären Sie sich das Zustandekommen des Geräusches durch die Katze und entwarnen. Sie erleben Erleichterung. Ihre beiden unterschiedlichen Interpretationen derselben Situation führen jeweils zu unterschiedlichen Gefühlen. Im ersten Fall erleben Sie Angst, im zweiten Fall Erleichterung als Folge Ihres Denkens.
In der Terminologie der REVT würden wir diese Sequenz wir folgt darstellen, wobei wir folgende Anteile unterscheiden:

A = Situation oder Ereignis
B = Gedanken oder Interpretationen
C = Gefühle, Verhalten und physiologische Reaktionen


1. Situation:

A (Situation)

B (Gedanken)

C (Gefühl)

lautes Geräusch

Jemand ist da, der mir
Gewalt antun könnte.

Angst


2. Situation:

A (Situation)

B (Gedanken)

C (Gefühl)

lautes Geräusch

Die Katze hat das Geräusch
verursacht.
Es besteht keine Gefahr.

Erleichterung


Unterschiedliche Gedanken führen zu unterschiedlichen Gefühlen. Unser Körper reagiert auf diese Gedanken so, als wären sie richtig. Er hinterfragt nicht die Richtigkeit dieser Gedanken. So wäre es in unserem Beispiel auch nicht ausgeschlossen, obwohl die Katze aus der Richtung des ursprünglichen Geräusches gekommen ist, dass trotzdem noch eine Gefahr droht. Möglicherweise ist auch die Katze selbst vor dieser potentiellen Gefahr geflüchtet. Unsere Interpretation ("Es ist eine Katze, und es besteht keine Gefahr.") wäre dann nur teilweise richtig. Da wir jedoch im Moment davon überzeugt sind, dass unsere Einschätzung der Situation stimmt, erleben wir auch das entsprechende Gefühl, nämlich Erleichterung.
Das Ziel der Kognitiven Therapien besteht nun darin, die Richtigkeit der Gedanken zu hinterfragen, um eine möglichst angemessene Passung an die Situation zu bekommen. Es wird davon ausgegangen, dass der Mensch potentiell in der Lage ist, realistisch zu denken, obwohl diese Eigenschaft möglicherweise im Laufe des Lebens nur begrenzt ausgebildet bzw. unzureichend trainiert wurde. Innerhalb der Kognitiven Therapie lernen Sie, wie ein Wissenschaftler vorzugehen, und Informationen zu sammeln, ihre Richtigkeit zu überprüfen und eine angemessene Bewertung oder Einschätzung vorzunehmen, um angemessene Gefühle erleben zu können.

 

Kennzeichen von hilfreichem und schädigendem Denken   Zurück zur Überschrift

Angemessene Bewertungen von Ereignissen führen auch zu angemessenen Gefühlen. Umgekehrt führen überzogene und fehlangepaßte Interpretation zu äußerst negativen und schädigenden Gefühlen und Reaktionen. Aber wann ist eine Einstellung angemessen?
Der Psychologe Max Maultsby hat dazu folgende Kriterien genannt:
Ein angemessenes Denken liegt dann vor, wenn
a) der Gedanke, den ich denke, mir dabei hilft, gelassen, selbstsicher und mich mir und meiner Situation gegenüber bewußt zu sein.
b) Für die Richtigkeit dieses Gedankens Beweise vorliegen
c) Der Gedanke mir zu den Gefühlen verhilft, die ich auch tatsächlich haben will.
d) Er mich dabei unterstützt, ein beabsichtigtes Ziel zu erreichen.
e) Und der Gedanke dazu beiträgt, mögliche Konflikte mit anderen Menschen zu minimieren.

Sehr häufig denken Menschen jedoch eher unangemessen und unrealistisch. Beispielhaft sollen einige schädigende Denkmuster genannt werden:

Alles-oder-Nichts-Denken
Ereignisse werden rigide in zwei Kategorien eingeordnet. Entweder ist etwas gut oder schlecht, Jemand ist lieb oder böse, mein Nachbar ist entweder intelligent oder dumm. Was fehlt, ist eine differenzierte Einschätzung, denn Niemand ist 100% gut oder schlecht, lieb oder böse. Vielmehr sind Anteile sowohl von der einen, als auch von der anderen Eigenschaft vorhanden.

Perfektionistisches Denken
Dieses Denken hängt sehr eng mit dem Alles-oder-Nichts-Denken zusammen. Typisch ist hierbei die Erwartung, dass eine Leistung perfekt, d.h. 100% + x, sein muss, und dass dies immer und in jedem Fall geschehen muss. Mitunter haben Menschen, die so denken, auch einen Schnittpunkt in Bezug auf ihre Leistung, den sie niemals unterschreiten dürfen, ansonsten ist es schlimm und schrecklich, und sie selbst definieren sich als Versager.

Falsche Schlüsse ziehen
Dies meint, dass aufgrund eines Merkmals, ein Schluss auf das Gesamtereignis gezogen wird. Es handelt sich hierbei um eine Übergeneralisierung. So kann es passieren, dass Sie einen Menschen erleben, der sich zu anderen sehr freundlich verhält, und Sie ziehen den Schluss, das er sich immer so verhält ("Das ist aber ein freundlicher Mensch."). Häufiger ist allerdings der umgekehrte Fall. Sie erleben beispielsweise, das sich ein Bayer oder Preuße daneben benimmt und ziehen den Schluss, dass alle Bayern oder Preußen so sind (Entwicklung eines Vorurteils).

Katastrophizierungen und Konzentrierung auf das Negative
Die Wahrnehmung wird einseitig auf negative Aspekte eines Ereignisses gerichtet bzw. negative Konsequenzen erwartet ("Wenn ich in die Gruppe gehe, werden die anderen mich bestimmt ablehnen!"). Tritt nun das negative Ereignis ein, was in Sinne der Sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiungen dann auch wahrscheinlich sein wird, findet eine überzogene Bewertung statt: "Es schlimm und fürchterlich, dass die anderen mich nicht mögen! Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen!"

Personalisierung
Hierbei sieht man sich selbst als die Ursache für das Zustandekommen eines Ereignisses an, obwohl man es nicht ist oder nicht notwendigerweise sein muss. Beispiele: "Ich hätte den Fehler nicht machen sollen. Ich bin sicher, dass die anderen deshalb über mich lachen.", "Die Leute reden bestimmt über mich. Die schauen ja auch hier herüber!" oder "Ich bin sicher, mein Freund hat sich nur deshalb einer anderen zugewandt, weil ich nicht jeden Tag mit ihm geschlafen habe!"

 

Therapeutische Maßnahmen und Anwendungsgebiete   Zurück zur Überschrift

Das Ziel von Kognitiven Therapien besteht darin, die unrealistischen Denkmuster zu identifizieren, sie auf ihren Realitätsgehalt hin zu überprüfen und realistische Alternativen zu entwickeln. Im Gegensatz zu analytischen Verfahren, die die Gründe für das Zustandekommen von Symptomatiken suchen, gehen die Kognitiven Verfahren einen Schritt weiter und fragen: "Was denken Sie im Moment, damit die Symptomatik aktuell noch bestehen kann? Welche Einstellung wäre hilfreich und angemessen, damit Sie besser mit der Situation umgehen können?" Neben einer Einstellungsänderung wird ein besonderer Wert auch auf die Verhaltensmodifikation gelegt (“action speaks louder than words”). Eine alleinige (theoretische) Einsicht, dass das Denken unrealistisch und eine andere Einstellung der Situation gegenüber angemessener sei, reicht nicht aus, um sich auch wirklich zu verändern. Vielmehr ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass sich die veränderte Einstellung auch tatsächlich in einem veränderten Verhalten zeigt. So weiß mitunter die/der Angstbetroffene, dass sie/er nicht umfallen wird, wenn sie/er ein Kaufhaus aufsuchen sollte. Aber dies zu wissen oder tatsächlich auch zu tun, ist ein großer Unterschied. Deshalb werden die Betroffenen innerhalb der Kognitiven Therapie bewusst motiviert und aufgefordert gegen ihre Ängste und sonstigen Symptome vorzugehen. D.h. Angstbetroffene sollen sich bewusst ihren Ängsten stellen und lernen, Risiken einzugehen oder depressive Menschen sollen lernen, tatsächlich auch aktiver zu werden und gegen ihre Rückzugstendenzen vorzugehen und dies nicht nur zu denken. Neben kognitiven Verfahren, die primär auf eine Einstellungsveränderung abzielen, legt die Kognitive Verhaltenstherapie also auch einen besonderen Wert auf die Umsetzung verhaltensbezogener Techniken. Darüber hinaus finden imaginative, d.h. vorstellungsmäßige, Verfahren und Entspannungstechniken Anwendung. Das Ziel der Therapie besteht jedoch vorrangig darin, eine Einstellungsänderung zu bewirken, die situationsangemessen und hilfreich ist. Da sich die Kognitive Verhaltenstherapie, wie andere psychotherapeutische Verfahren auch, in einem ständigen Veränderungs- und Weiterentwicklungsprozess befindet, wird versucht, andere Therapieverfahren mit in das Konzept zu integrieren. Zu erwähnen seien hier besonders die ressourcenorientieren und familientherapeutischen Verfahren. Als Anwendungsgebiete für die Kognitive Verhaltenstherapie können auch die für die Verhaltenstherapie genannten Indikationen angesehen werden. Entsprechendes gilt für eine Kostenübernahme durch den Versicherungsträger.




Zum Seitenanfang1 Punkt zurück  Entspannungsverfahren

 



Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson   Zurück zur Überschrift

Das Ihnen nachfolgend vorgestellte Entspannungsverfahren wird nach dem amerikanischen Physiologen Edmund Jacobson, der es 1938 entwickelt hat, als "Progressive Muskelrelaxation", "Aktives Muskelentspannungstraining" oder einfach "Jacobson- Training" bezeichnet.
Bei diesem Training spannen Sie abwechselnd verschiedene Muskelgruppen nacheinander an und entspannen diese dann wieder. Dadurch wird eine durchgängige gesamtkörperliche Entspannung erzielt. Hintergrund dieses Vorgehens ist die natürliche Tendenz des Organismus auf vorausgehende Belastungen (hier: Anspannung) physiologisch mit Ermüdung (hier: Entspannung) zu reagieren.
Ein weiterer wichtiger Effekt besteht in der Wahrnehmung der Intensität der unterschiedlichen Spannungszustände in den verschiedenen Körperteilen. Dieses (Wieder-) Erlernen der Wahrnehmung körpereigener Spannungszustände soll dabei helfen, zukünftig möglichst früh beginnende Ver- und Anspannung zu registrieren, um darauf gezielt mit Entspannung und Lockerung reagieren zu können. In diesem Sinn wirkt die Progressive Muskelrelaxation auch prophylaktisch, d.h. vorbeugend, und Sie verhindern bzw. reduzieren dadurch Beschwerden und Anspannungen.
Die Progressive Muskelrelaxation ist eine empirisch gut abgesicherte Methode hinsichtlich Ihrer Wirkungsweise. Von positiven Effekten wird bei den folgenden Symptomen und Problemen berichtet: Hypertonie, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und andere Schmerzzustände, Angst- sowie Spannungsgefühle. Darüber hinaus zeigen sich Verbesserungen im Rahmen der allgemeinen Befindlichkeit und vegetativen Stabilität sowie im zwischenmenschlichen Bereich.

 

Autogenes Training   Zurück zur Überschrift

Beim Autogenen Training handelt es sich um ein von dem deutschen Nervenarzt J.H. Schultz 1932 entwickeltes Verfahren zur konzentrativen Selbstentspannung. Hierbei konzentrieren Sie sich nacheinander auf bestimmte Körperbereiche und versuchen diese positiv im Sinne von Entspannung zu beeinflussen. Das Autogene Training besteht in seiner Grundstruktur aus sechs aufeinander folgenden Formeln, die sich auf diese Körperbereiche beziehen und mit diesen assoziiert sind. Nach wiederholtem Training erreichen Sie eine Entspannung Ihres Gesamtorganismus.
Im Gegensatz zur Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson, bei der die Entspannung durch die vorherige Anspannung erzielt wird, entwickelt sich der Entspannungseffekt beim Autogenen Training durch Konzentration und Selbstsuggestion. Das Autogene Training ist das im deutschsprachigen Raum am häufigsten angewendete Verfahren.
Es kann als Einzeltherapie durchgeführt werden, aber auch im Gruppensetting. Letzteres wird in der Regel im stationären Rahmen angewendet oder als Kurs von psychotherapeutischen Praxen oder Einrichtungen der Gesundheitsbildung.
Positive Effekte konnten bisher bei folgenden Symptombereichen und Problematiken nachgewiesen werden: Kopfschmerz und Migräne und anderen Schmerzzuständen, Schlafstörungen, Ängsten und Verspannungen. Ebenso wurde in verschiedenen Untersuchungen von Verbesserungen der allgemeinen Befindlichkeit und vegetativen Stabilität berichtet sowie im zwischenmenschlichen Bereich und im Rahmen des Selbstvertrauens.

 

Hypnose   Zurück zur Überschrift

Die Hypnose ist eine der ältesten Formen der Krankenbehandlung. Der Patient wird hierbei mittels verschiedener Techniken in einen Zustand der Trance versetzt. Hierbei handelt es sich um einen Bewusstseinszustand von tiefer körperlicher Entspannung, aber geistiger Wachheit, in dem eine erhöhte Suggestibilität vorliegt, die therapeutisch genutzt wird.
Die Durchführung der Hypnose setzt immer die Zustimmung des Patienten voraus. Der Grad der Zustimmung in dieses Verfahren steht in einer positiven Beziehung zum erzielten therapeutischen Effekt. Nachweisbar gute Wirksamkeit zeigt die Hypnose bei Schmerzzuständen, Schlafstörungen und psychosomatischen Beschwerden. Die Wirkung kann als nachhaltig und zeitlich stabil angesehen werden.
Aufgrund von oftmals in der Öffentlichkeit spektakulär durchgeführten Show-Hypnosen, kursieren viele falsche Annahmen über die Hypnose. Dabei handelt es sich um ein äußerst seriöses Verfahren, das die volle Mitarbeit des Patienten voraussetzt. So kann sich beispielsweise der Patient an alles, was in der Hypnose geschieht, erinnern und ist während der Sitzung geistig präsent. Es geschieht nichts, was er nicht will, zudem die therapeutischen Suggestionen zwischen Psychotherapeut und Patient zu Beginn der Sitzung abgeklärt werden.

 

 

 

 

Zum Seitenanfang1 Punkt zurückPsychodiabetologie

 

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Was ist Psychodiabetologie?

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[  

Psychische Belastungen bei Diabetes

  ]

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Psychologische und psychotherapeutische Hilfen

  ]

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Empowerment / Selbstmanagement

  ]

 

 

Zum Seitenanfang1 Punkt weiter  Was ist Psychodiabetologie?

Psychodiabetologie ist eine relativ junge Disziplin, die erst in den letzten Jahren in Fachkreisen und jetzt auch zunehmend mehr in der Öffentlichkeit publik wird. Es handelt sich hierbei, vereinfacht ausgedrückt darum, die psychischen, sozialen und biologischen Zusammenhänge, die beim Diabetes vorliegen, zu erfassen und zu behandeln. Diabetes ist nicht nur eine körperliche Erkrankung, die sich durch Stoffwechselentgleisungen und die dazugehörigen Symptome ausdrückt, sondern es spielen auch psychologische Faktoren eine wesentliche Rolle. Die Wechselwirkung und gegenseitige Beeinflussung von Körper, Psyche und sozialen Aspekten macht erst das vollständige Krankheitsbild des Diabetes aus und kann auch nur in diesem Zusammenhang vollständig erfasst, verstanden und angemessen behandelt werden.

 

Zum Seitenanfang1 Punkt zurück1 Punkt weiter  Psychische Belastungen bei Diabetes

In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Menschen mit Diabetes erheblichen psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Die Diagnoseeröffnung „Diabetes“ wird vielfach als emotionales Schockerleben wahrgenommen und ist von starken Ängsten begleitet. Die Angst vor Spätschäden wird von vielen Betroffenen als hohes psychisches Belastungsmoment erlebt. Bei Diabetikern mit bereits eingetretenen Spätkomplikationen zeigen sich vielfach emotionale Auffälligkeiten, wie Angstreaktionen und Depressionen.

Weiterhin existieren eine Vielfalt von Alltagsproblemen und Belastungen, wie Umgang mit Hypoglykämien, Regelmäßigkeit der Lebensführung und Integration der Behandlungsanforderungen in den Alltag. Schließlich leiden Menschen mit Diabetes doppelt so häufig an Depressionen wie Menschen ohne Diabetes. Diabetesspezifische Ängste, Essstörungen und Süchte (Alkohol, Nikotin) sind psychische Störungen, die nicht nur an sich zu einer deutlichen Belastung führen, sondern auch gleichzeitig Ursache für ein mangelndes Diabetesmanagement und eine unzureichende Diabeteskontrolle darstellen und somit auch die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von Spätfolgen erhöhen.

Der Wunsch nach psychosozialer Unterstützung wurde in einer deutschen Studie bei Typ-II-Diabetikern untersucht. Betroffene hatten vor allem nach Diagnoseeröffnung, bei Feststellung von Folgeerkrankungen, während eines Krankenhausaufenthaltes oder einer Schulung, bei Partnerschaftskonflikten und nach schweren Hypoglykämien das Bedürfnis nach psychologischer Hilfe. Es zeigten sich deutliche Zusammenhänge zwischen einer schlechten Stoffwechsellage, vorhandener Insulintherapie, mangelnder oder unzureichender Schulung, langer Diabetesdauer und Vorliegen / Anzahl von Folgeerkrankungen und dem Ausmaß an psychosozialer Belastung.

 

Zum Seitenanfang1 Punkt zurück1 Punkt weiter  Psychologische und psychotherapeutische Hilfen

Die Unterstützungsmöglichkeiten eines Psychodiabetologen sind vielfältiger Natur. Sie beziehen sich auf Hilfen zur Krankheitsbewältigung und Lebensstiländerung. Darüber hinaus finden Menschen mit Diabetes Unterstützung im Umgang mit Unterzuckerungen, bei der  Umstellung der somatischen Therapie (Insulin, Pumpe), bei drohenden oder bereits eingetretenen Folgeerkrankungen und bei anderen diabetesbezogenen Belastungen. Weiterhin kann psychotherapeutische Hilfe angeboten werden beim Vorliegen von einer psychischen Erkrankung, die direkt oder indirekt im Zusammenhang mit dem Diabetes steht und/ oder einen einschränkenden Einfluss auf das Diabetesmanagement hat.

Die Aufgaben des ambulant tätigen Psychodiabetologen beziehen sich im Einzelnen auf die Diagnostik (Erfassen psychosozialer Belastungen und Lebensqualität, Vorliegen einer psychischen Erkrankung) und anschließende Therapie. Neben Beratungsgesprächen für den Betroffenen selbst können auch nach Bedarf der Partner oder weitere Familienmitglieder in den Beratungsprozess einbezogen werden. Die Richtlinienpsychotherapie, als Maßnahme beim Vorliegen einer psychischen Erkrankung wie Depression oder Angststörung, stellt eine durch die Krankenkasse finanzierte Leistung dar. Spezielle Interventionen sind die Schmerztherapie sowie Paar- und Sexualtherapie. Verhaltensmedizinische Maßnahmen, die als Einzel- oder auch als Gruppenbehandlung stattfinden können, wie das Blutzucker-Wahrnehmungs-Training, Interventionen zur Förderung der Krankheitsbewältigung und Verbesserung interpersoneller Probleme, gehören ebenfalls zum Behandlungsrepertoire des Psychodiabetologen.

 

Zum Seitenanfang1 Punkt zurück  Empowerment / Selbstmanagement

Seit den 80er Jahren wird der Empowerment- und Selbstmangementansatz zunehmend in der Diabetestherapie propagiert. Während zuvor, vielfach auch heute noch, der Arzt als Experte die Richtlinien der Therapie bestimmte und der Patient diesen Folge leistete (oder auch nicht), hat sich schleichend ein Paradigmawechsel entwickelt, der durch ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen medizinischen Experten und Betroffenen charakterisiert ist.

Die Betroffenen führen im Rahmen eines Selbstmanagements eine Selbsttherapie durch, für die sie primär eigene Entscheidungen treffen und die Therapie entsprechend den Erfordernissen des eigenen Alltags anpassen. Die Aufnahme von Informationen und die Umsetzung von therapeutischen Empfehlungen finden im eigenen Ermessen statt. Die Betroffenen tragen andererseits natürlich auch die Konsequenzen ihrer Entscheidungen. Die Aufgabe des Behandlers besteht darin, Betroffene am Therapiegeschehen zu beteiligen und das therapeutische Geschehen für den Einzelnen transparent zu machen.

Die European Diabetes Policy Group (1999) fasst diesen Ansatz wie folgt zusammen:

Die primäre Ressource für die Behandlung ist der Patient selbst. Die Verantwortung der Behandler liegt darin „zu gewährleisten, dass die Person mit Diabetes ein Leben nach eigenen informierten Entscheidungen führen kann. Dies wird durch die drei Elemente des Empowerments erreicht, nämlich Wissen, Verhaltensänderung und Selbstverantwortlichkeit“.

 

Weitere Informationen zum Thema Psychodiabetologie erhalten Sie auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin in der DDG  unter: http://www.diabetes-psychologie.de.